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Welche Inhaltsstoffe sind eigentlich in Zahncreme?

Inhaltsstoffe in Zahncreme LexikonAuf der Rückseite von Kosmetik und Zahncremes findet der Verbraucher meistens eine sehr klein gedruckte Angabe an Inhaltsstoffen, sogenannter „Ingredients“. In denen sind alle Zusätze aufgeführt, die dieses Produkt beinhaltet. Die aufgeführten Stoffe sind leider für die meisten Endverbraucher in Europa kaum zu verstehen, da sie alle einheitlich in meist unverständlichem Fachenglisch und chemischen Abkürzungen angegeben sind. Zum einen ist das gut für die Industrie, denn mal ehrlich, wer von ihnen kennt alle Inhaltsstoffe?

Was ist Hydrated Silica?

Bei dem Inhaltsstoff Hydrated Silica handelt es sich um ein natürliches vorkommendes Siliciumdioxid. Bekannt ist Hydrated Silica im deutschen Sprachgebrauch auch unter dem Namen Kieselsäure. Gewonnen wird dieser Inhaltsstoff aus den Zellwänden von Kieselalgen. Hydrated Silica ist jedoch auch ein Bestandteil von Opalen. Dieses Mineral kommt auf allen sechs Kontinenten vor.

Innerhalb der Zahncreme ist Hydrated Silica sowohl geruchslos als auch geschmacksneutral. Für die Verwendung in kosmetischen Produkten ist dieser Inhaltsstoff immer Weiß und mit der Hilfe von Wasser zu einer Paste angereichert. Die Menge an Wasser ist abhängig vom Verwendungszweck. Für Zahncremes wird die Masse etwas fester angerührt, damit diese besser an den Zähnen und Zahnzwischenräumen haften bleibt. Sobald der Kieselsäure Wasser hinzugefügt wurde wird oft der verkürzte Name Silica verwendet. In einer feinen Körnung trägt Kieselsäure dazu bei Plaque zu lösen, ohne den Zahnschmelz anzugreifen. In einer stärkeren Körnung wird Hydrates Silica Zahncremes mit Bleachingeffekt beigemischt. Mit Wasser gemischt ist der Inhaltsstoff oral als Zahncreme verwendet nicht gesundheitsschädlich. Anders verhält es sich nur als Pulver, da dieser bei Kontakt mit den Atemwegen als krebserregend gilt.

Was ist Natriumlaurylsulfat?

Der Inhaltsstoff Natriumlaurysulfat ist unter anderem auch als Natriumdodecylsulfat bekannt. Zusätzlich sind die Abkürzungen SLS und SDS für die englischen Begriffe sodium lauryl sulfate bzw. sodium dodecyl sulfate gebräuchliche Namen. Offiziell zählt Natriumlaurylsulfat zu den anionischen Tensiden. Gewonnen werden kann dieser Inhaltsstoff aus der Veresterung zweier Stoffe. In diesem Fall entweder der aus Schwefelsäure und Dodecanol oder Schwefeltrioxid und Chlorsulfonsäure.

Bei der Verwendung in Zahncreme ist dieser Inhaltsstoff sowohl geschmacksneutral als auch geruchslos. Als weitere Eigenschaft zeichnet sich Natriumlaurylsulfat als Detergens aus. Dadurch erhöht sich die Reinigungswirkung der Zähne. Das Wasser zum Ausspülen des Mundraums ist somit besser in der Lage alle Verschmutzungen zu entfernen. Zudem verfügt Natriumlaurylsulfat über eine antibakterielle Wirkung die im Mundraum vor Infektionen des Zahnfleischs schützt. In größerer Dosierung kann Natriumlaurylsulfat hautreizend und allergieauslösend sein. Bei bekannten Unverträglichkeiten oder Reizungen nach dem Gebrauch sollte dieser Inhaltsstoff daher gemieden werden.

Was ist Xylitol?

Neben der Bezeichnung Xylitol haben sich auch weitere Namen wie Xylit, E 967 oder Birkenzucker im Sprachgebrauch etabliert. Gemeint ist dabei immer ein Zuckeralkohol welches zum Großteil natürlichen Ursprungs ist. Enthalten ist Xylitol zum Beispiel in Obst und Gemüsen wie Blumenkohl, Pflaumen und Himbeeren. Eine weitere Quelle für die Gewinnung von Xylitol ist Birkenholz, was der Ursprung für den Namen Birkenzucker ist. Als Inhaltsstoff ist Xylitol farblos und zeichnet sich durch einen süßlichen Geschmack aus. Daher wird Birkenzucker auch als Zuckerersatzstoff verwendet.

Bei der Verwendung in Zahncremes zeichnet sich Xylitol besonders durch seine Eigenschaft Karies im Mundraum aktiv zu reduzieren. Zum einem finden die kariesverursachenden Bakterien keine ausreichende Grundlage um sich zu vermehren. Dadurch sterben die Bakterien ab und können keine schädliche Wirkung an den Zähnen entfalten. Zugleich wird auch der Bildung von Plaque vorgebeugt. Die Zahnoberfläche fühlt sich dadurch wesentlich glatter an. Als dritter positiver Effekt regt Xylitol die Speichelbildung an und erhöht den ph-Wert im Mund. Der Zahnschmelz wird dadurch indirekt gestärkt und nachhaltig gehärtet. Während Xylitol bei Menschen bei einer höheren Dosis leicht abführend wirkt, ist die Wirkung auf Tiere und insbesondere Hunde sogar tödlich. Da verstärkt Insulin ausgeschüttet wird, sinkt der Blutzuckerspiegel und der Hund benötigt eine sofortige Behandlung.

Was ist Xanthan?

Xanthan zählt chemisch betrachtet zur Gruppe der Polysaccharide. Es handelt sich dabei um einen Inhaltsstoff natürlichen Ursprungs. Gebildet wird dieser durch Xanthomonas campestris Bakterien. Bekannt ist Xanthan ebenfalls unter den Namen Xanthan Gum sowie E 415.

Bei der Verwendung in Zahncremes dient Xanthan zum Großteil als Verdickungsmittel. Dadurch werden alle Zutaten gebunden und auch bei längerer Lagerung verflüssigt sich die Zahncreme in der Tube nicht. Gesundheitlich gilt die Verwendung von Xanthan als unbedenklich, weshalb es sowohl zur Verwendung in Kosmetik als auch Lebensmitteln zugelassen ist. Jedoch ist es in höheren Dosen anführend. Da die Zahncreme ausgespült wird, besteht dafür im Allgemeinen keine Gefahr.

Was ist Alginat?

Je nach Verwendungsgebiet ist Alginat auch unter den Bezeichnungen Algin oder Alginsäure bekannt. Gewonnen wird dieser Inhaltsstoff aus rein natürlichen Bestandteilen. Dazu zählen unter anderem Braunalgen und Azotobacter Bakterien. Innerhalb der Algen befindet sich das Alginat in den Zellwänden. Die Substanz sorgt dort dafür, dass die Algen innerhalb des Wassers ihre Struktur behalten und gleichzeitig so flexibel bleiben, um auch Wellen standzuhalten.

Bei der Verwendung in Zahncremes dient Alginat zum Großteil als Verdickungsmittel. Die enthaltenen Substanzen werden somit miteinander verbunden. Zusätzlich sorgt der Inhaltsstoff dafür, dass sich die Zahncreme innerhalb der Tube nicht verflüssigt. Nebenwirkungen sind bei der Verwendung als Zahncreme bisher nicht beobachtet worden. Bei Unverträglichkeiten gegen Algen oder Produkte aus Algen sollte dagegen auf die Verwendung verzichtet werden.

Was ist Glyzerin?

Chemisch zählt der Inhaltsstoff Glyzerin zu den Zuckeralkoholen. Im Sprachgebrauch und der Industrie ist Glyzerin auch unter den Bezeichnungen Glycerol, Glycerin und E 422 bekannt. Gewonnen werden kann Glyzerin aus allen natürlichen Fetten. Dazu zählen etwa sowohl tierische Fette wie Schmalz oder Butter als auch pflanzliche Fette in Form von Pflanzenölen oder Margarine. Für die Verwendung als Inhaltsstoff für die Industrie wird heute zum Großteil Glyzerin verwendet, welches als Nebenprodukt bei der Herstellung von Biodiesel entsteht.

Bei der Verwendung von Glyzerin in Zahncremes dient der Zuckeralkohol als Feuchtigkeitsspender. Die Zahncreme trocknet so auch wenn der Deckel für längere zeit offen ist nicht aus. Glyzerin ist geruchslos und schmeckt leicht süßlich. Dadurch ist es leicht, diesen Inhaltsstoff mit verschiedenen Geschmacksstoffen wie Pfefferminz anzureichern. Die Gesundheitsgefahr bei der Verwendung von Zahncremes ist sehr gering. Erst bei sehr hohen Dosen wirkt Glyzerin reizend auf die Schleimhäute. Diese Konzentration wird auch bei einem mehrmaligen Putzen der Zähne nicht erreicht.

Was ist Titanium Dioxid?

Titanium Dioxid zählt zu einem der wertigen Oxide des Titans, welches als Element eines der Übergangsmetalle bildet. Zu den zahlreichen weiteren Namen zählen unter anderem C.I. 77891, Rutil, Brookit, Titansäureanhydrid, Anatas und E 171. In der Natur kommt Titanium Dioxid sowohl als Mineral als auch Kristall vor. Beide sind natürlichen Ursprungs. Darüber hinaus sind der Industrie mittlerweile acht verschiedene Verfahren bekannt, um diesen Inhaltsstoff auch künstlich herzustellen.

Als Inhaltsstoff von Zahncremes kann Titanium Dioxid sowohl als Farbstoff eingesetzt werden als auch dem Schutz vor Karies dienen. Die weißen Farbpartikel eignen sich sehr gut für Zahncremes, da sie nur die Kosmetik weiß färben. Am Zahnfleisch oder den Zähnen bleiben dagegen keine Farbpartikel haften. Die Verwendung von Titanium Dioxid in Zahncremes gilt gleich zweifach als unbedenklich. Zum einen ist dieser Inhaltsstoff auch in größeren Mengen vollkommen ungiftig und zum anderen bestehen keine Nachteile für die Umwelt. Selbst wenn der Inhaltsstoff in den Wasserkreislauf gelangt, hat dies keine Auswirkungen für Flüsse oder die darin lebenden Tiere und Pflanzen.

Was ist PEG 6?

PEG 6 ist einer der Namen für Polyethylenglycol, ein wasserlösliches Polymer. Weitere Namen sind Macrogol, PEO oder Polyethylenoxid. Für die Herstellung von PEG 6 ist ein chemisches Verfahren namens alkalische Katalyse eine Grundvoraussetzung. Dabei handelt es sich um eine Polymerisation des Gases Ethylenoxid. Das entstandene Polymer ist je nach Konzentration entweder flüssig oder fest.

Als Inhaltsstoff von Zahncremes eignet sich PEG besonders um Substanzen mit verschiedenen Konsistenten miteinander zu verbinden. Trotzdem ist das Polymer leicht in Wasser löslich und sorgt so dafür, dass die Zahncreme leicht mit der Hilfe von Wasser aus dem Mundraum ausgespült werden kann. Bei der oralen Verwendung als Zahncreme hat PEG 6 auch bei mehrmaliger Benutzung pro Tag keine negativen Konsequenzen für die Gesundheit. Gleiches gilt auch für die Umwelt. Da PEG vollständig biologisch abbaubar ist, hat der Inhaltsstoff auch wenn er in den Wasserkreislauf gelangt keine negativen Folgen für die Trinkwasserqualität oder die in Gewässern lebenden Tiere und Pflanzen.